Die Musikanalyse

Heartbreak Hotel von Elvis Presley

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Vor exakt 64 Jahren, am 27. Januar 1956, veröffentlichte Elvis Presley jenen Song, der ihm den ersten großen Pop-Hit bescherte und somit den Weg zum „King Of Rock’n’Roll“ ebnete. Für den amerikanischen Rolling Stone ist „Heartbreak Hotel“ immerhin Platz 45 der 500 besten Singles aller Zeiten.

Heartbreak Hotel von Elvis Presley
Heartbreak Hotel von Elvis Presley | © RCA

Bei den kleinen 45er Platten mussten in den 50er Jahren die Songs knackig knapp sein, auf allen Ebenen. Dem sehr individuellen 20-jährigen Sänger und Performer mit dem ebenfalls knackigen Reimwort (Elvis The Pelvis) brachte die provozierende Körpersprache die verkaufsfördernde Empörung der Konservativen, ebenso die (wie zuvor bei Bill Haley) provozierende „weiße“ Adaption „schwarzer“ musikalischer Elemente.

Blues, Rhythm’nBlues und Country wurden zu „weiß angestrichenem“ Rockabilly, dann zu Rock'n'Roll. „Heartbreak Hotel“ ist kein Song von Elvis (er hat zu keinem seiner Songs die Musik oder dem Text geschrieben); Autorin war Mae Boren Axton, zusammen mit dem Gitarristen Tommy Durden. Aber: echte Unverwechselbarkeit bekamen die Songs erst durch die unglaubliche Stimme und die Performance von Elvis. 

Hier sind, auf der Grundlage von sechs Durchgängen eines 2X8-taktigen schlichten Blues, durch einen atemberaubend singenden jungen Mann und überaus professionelle Musiker, die kitschanfälligen Insassen eines Hotels der gebrochenen Herzen zu Zeugen einer kleinen stilistischen Revolution geworden...

Heartbreak Hotel von Elvis Presley
RCA
Der Beitrag ist noch bis zum 27.01.2021 00:00:00 verfügbar.